Samstag, 16. Dezember 2017

Was sich bei der Förderung der Auftrittkompetenz bewährt hat


 
Erfahrene Kommunikationsberater verzichten auf überholte  Tipps  der Rhetorikausbildung



Immer noch gibt es Führungskräfte, denen alte  fragwürdigen Verhaltensregeln beigebracht werden, an sie während eines Auftrittes denken sollten. Damit belasten sie sich während des Sprechens (sie werden abgelenkt!). Beispielsweise könnte geraten werden:
"Achten Sie beim Sprechen darauf, dass die Handflächen nach oben gerichtet sind, sonst wirken Sie zu dominant."
Oder: "Schauen Sie dem Gegenüber auf die Nasenwurzel, das irritiert es". usw.
Ich staune, wie  viele Menschen in teuren Trainingseinheiten beigebracht wird, worauf sie  WAEHREND des Redens  achten sollten (Körpersprache, Stimme, Blick usw.).

Diese Tipps führen dazu, dass sich der Redner auf zahlreiche Details konzentriert, statt   100%ig  auf das Sprechdenken und das Publikum. Personen, die von ihrer Botschaft  überzeugt sind, müssen sich nicht beim Reden um Gestik, Stimme usw. kümmern. Die Stimme stimmt dann mit der Stimmung automatisch überein. Zudem werden  rhetorische Fehler bei begeisternden Rednern  verziehen.

All die belastenden Tipps und theaterzentrierten Empfehlungen beeinträchtigen die Ueberzeugungsfähigkeit. Ein Training, das unnötig belastet, verschlechtert die  Auftrittskompetenz.


Bildergebnis für Wegweiser

 Folgende bewährten Wegweiser haben sich hingegen seit den alten Griechen bewährt. Sie sind  für  jene Redner eine enorme Entlastung, die verfremdet wurden und mit zahlreichen  Ratschlägen  erschlagen worden sind. Sie vereinfachen Auftritte.

1.  Die VORBEREITUNG ist die halbe Miete

Gedanken und Ideen für eine Rede müssen reifen. Das bedarf seiner Zeit. Wir lassen über Tage beim Wandern oder beim Nichtstun das Unterbewusstsein für uns arbeiten. Ein Notizbuch muss stets dabei sein.  Geschichten, Erlebnisse, Beispiele, die unaufgefordert zufallen, werden notiert. Es wäre völlig falsch,  Formulierungen auswendig zu lernen oder abzulesen.
Es ist erstaunlich, wie wenige Menschen  gelernt haben, vor   Publikum frei zu  sprechen.

2. Nur wenn das FEUER der Begeisterung in einem Redner brennt, kann er auch beim Publikum ein Feuer entfachen.

Wer kein Lampenfieber hat, müsste künstlich das notwenige Adrenalin erzeugen.
Nur wer eine gewisse Spannung hat, kann diese Spannung nutzen.
Haben Sie nicht auch schon einen Redner erlebt, der blutleer einen geschriebenen Text herunterleierte, so wie eine Stewardess, die ihre Instruktion vor dem Abflug zum x ten Mal herunterleiert?

3. Antizipieren Sie denkbare PANNEN

- Was mache ich, wenn die Technik versagt?
- Bei Stromausfall?
Achten Sie auf das Verhalten von Profis, wenn diese eine Panne haben.
Als einmal beim SRF Tagesschausprecher Franz Fischlin alle Verbindungen ausgefallen sind, hat er die Details ruhig beschrieben.
"Jetzt habe ich keinen Kontakt mehr mit der Regie".
"Der Monitor ist schwarz. Vielleicht können Sie mich zu Hause vor dem Bildschirm auch nicht mehr sehen."
Er verlor die Nerven keine Sekunde. Während des Beschreibens der Panne und seinem Hinweis, dass er so etwas noch nie erlebt habe, war die Panne schon wieder behoben worden.

4. LANGEWEILE ist Gift

Jedes Publikum will auch unterhalten werden.
Erlebnisse, Beispiele, Geschichten beleben einen Auftritt.
Ich kenne einen bekannten Redner, der sagte, ihm sei es wichtig, dass das Publikum innert weniger Minuten einmal lache oder schmunzle, ohne einen abgedroschenen Witz zu erzählen.
Es gebe immer passende Anekdoten.

5. FRAGEN stellen

Monologe sind tödlich. Aktivieren Sie das Publikum mit rhetorischen Fragen.
Scheinfragen beleben Ihren Auftritt. Es gibt derzeit  viele Redner, die das Publikum sehr schnell durch Handerheben seine Meinung äussern lassen: "Wer hat schon....?"
Zuhörer werden aktiviert.


6. Aussagen werden durch PAUSEN  verständlicher, nachvollziehbarer und sind für Redner  Kraftquellen.

7. AUGENKONTAKT

Sie müssen nicht BEWUSST während des Redens einzelne Personen länger anschauen, obschon  in wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen werden kann, dass ein Mensch erst nach ca 5 Sekunden Blickkontakt das Gefühl hat,  angesprochen worden zu sein.
Wenn das Publikum Sie interessiert, reden Sie nämlich automatisch länger mit einzelnen Personen.

 8. AUTHENTIZITAET

Immer wieder gibt es Redner, die bei der Analyse von erkannten Fehlern die Selbstschutzbehauptung vorbringen:

"Wissen Sie, so bin ich eben. Wichtig ist für mich, authentisch zu sein".

Alle Redner haben stets die entsprechende Situation mit zu berücksichtigen.
Authentisch sprechen will nicht heissen, authentisch falsch  zu sprechen. Es gibt Grundsätze des Verstehens, die wir immer berücksichtigen müssen.

FAZIT: Es lohnt sich, der persönlichen Auftrittskompetenz laufend Beachtung zu schenken.
Wer glaubt, dass der Inhalt wichtiger ist als das WIE, der muss dies oft bitter büssen, wie Bundesrat Schneider Ammann, der seine "Aehm" - Marotte viel zu lange nicht eliminiert hatte:






Schneider-Amman kämpft für seine Glaubwürdigkeit Ähm   

In 20 Min gelesen:

Politikerin will Begriff «Secondo» 

verbannen

 SP-Nationalrätin Ada Marra wehrt sich dagegen, als Seconda betitelt zu werden. Stattdessen solle man von «Kindern von Einwanderern» sprechen.




KOMMENTAR: 
Eigentlich tröstlich, dass wir keine wichtigeren Problem lösen müssen, als sich über den Begriff "Secondo" aufzuregen. im Grunde genommen eine überflüssige Diskussion. Sonderbar, dass sich eine Politikerin an einem klaren, unmissverständlichen Begriff profilieren möchte, den die Betroffenen selbst gar nicht stört. Diese penetrante Wortklauberei wird in der Oeffentlichkeit als lächerlich empfunden. Uebrigens:
Selbst die Zäller-Wiehnacht wurde für eine Aufführung umgeschrieben, weil darin vieles angeblich politisch unkorrekt sei. Beispielsweise, dass die Knaben den Engeln (Mädchen) Anweisungen geben. Es wurde auch bei den drei Königen der Moor mit einer Königin ersetzt.
Warten wird auf den nächsten grotesken Versuch - traditionelle Kultur oder eindeutige Begriffe zurecht zu biegen. Wir müssen wohl nicht lange auf die nächste groteske Korrektur warten.
Hier die Zäller Wiehnacht in der Originalversion:

«D'Zäller Wiehnacht» in der Kirche Oberdorf SO am 19. Dezember ...

https://www.youtube.com/watch?v=zkm8UZy68Fw
19.04.2012 - Hochgeladen von Christoph Knoch
Schülerinnen und Schüler der Schule Oberdorf SO haben mit Lehrpersonen und weiteren am 19.12.1997 ... 


Die Anliegen der Rasa Initiatianten wurden weitgehend erfüllt

Die Ausschaffungsinitiative wurde nicht nach dem Wunsch der Stimmberechtigten umgesetzt.

Damit war im Grunde genommen das Ziel der Initianten erfüllt.

Bildergebnis für RASA Initiative
Aus AZ:





Zuwanderung;

Rasa-Initiative wird zurückgezogen Mit «Raus aus der Sackgasse» (Rasa) wollten die Initianten den Zuwanderungsartikel aus der Bundesverfassung streichen, der auf die Annahme der SVP-Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014 zurückgeht






Mit «Raus aus der Sackgasse» (Rasa) wollten die Initianten den Zuwanderungsartikel aus der Bundesverfassung streichen, der auf die Annahme der SVP-Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014 zurückgeht

Noch vor wenigen Wochen schlossen die Initianten einen Rückzug ihrer mit fast 110'000 Unterschriften zustandegekommenen Volksinitiative kategorisch aus, falls sich das Parlament gegen einen Gegenvorschlag entscheiden sollte – und just dies tat nach dem Nationalrat vergangene Woche auch der Ständerat. Dennoch begraben die Initianten nun ihre Initiative «Raus aus der Sackgasse» (Rasa), mit der sie den Zuwanderungsartikel aus der Bundesverfassung streichen wollten, der auf die Annahme der SVP-Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014 zurückgeht.
 «Ein zentrales Ziel von Rasa wurde erreicht: der Erhalt der Personenfreizügigkeit und der bilateralen Verträge der EU», begründete das Komitee am Dienstagmittag den Rückzug ihrer Initiative.

KOMMENTAR:
Argumentativ half die Rasa-Initiative jenen Kräften, die den Zuwanderungsartikel höchstens halbbatzig ( d.h. nicht nach dem  Volkswillen umsetzen wollten ) und im Parlament im Herbst 2016 obsiegten.
Nach der EU-konformen Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative war der Zweck der Initianten erfüllt und eine Abstimmung ist unnötig geworden.  Die RASA- Initianten befürchteten zudem, dass eine klare Ablehnung ihrer Initiative  als Volksvotum für die Einführung von Kontingenten hätte interpretiert werden können.